Gemeindebrief Februar 2022

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Segenswunsch

Ich wünsche dir Augen,

mit denen Du einem Menschen ins Herz schauen kannst und die nicht blind werden, aufmerksam zu sein auf das, was er von dir braucht.

 

Ich wünsche dir Ohren,

mit denen Du auch Zwischentöne wahrnehmen kannst, und die nicht taub werden beim Horchen auf das, was das Glück und die Not des anderen ist.

 

Ich wünsche dir einen Mund, der das Unrecht beim Namen nennt, und der nicht verlegen ist,

um ein Wort des Trostes und der Liebe zur rechten Zeit.

 

Ich wünsche dir Hände,

mit denen du liebkosen und Versöhnung bekräftigen kannst,

und die nicht festhalten, was du in Fülle hast und teilen kannst.

 

Ich wünsche dir Füsse,

die dich auf den Weg bringen, zu dem, was wichtig ist, und die nicht stehen bleiben, vor den Schritten, die entscheidend sind.

 

Ich wünsche dir ein Rückgrat,

mit dem du aufrecht und aufrichtig leben kannst, und das sich nicht beugt, vor Willkür, Unterdrückung und Macht.

Und ich wünsche dir ein Herz,

in dem viele Menschen zu Hause sind, und das nicht müde wird,

Liebe zu üben und Schuld zu verzeihen.

     

(Jüdischer Segenswunsch)

 

Die Kirche von Praden

 Ursprünglich gehörte Praden zur Grosspfarrei St. Georg in Castiel. Dazu zählten ebenso die Bewohner von Calfreisen, Lüen und Tschiertschen. Da allerdings der Weg hinunter zur Plessur und wieder nach Castiel hinauf mühsam war, beschloss man 1405 in Tschiertschen eine eigene Kapelle zu errichten, die St. Jakob und St. Christoph geweiht war, die ebenfalls von den Bürgern Pradens mitbenutzt wurde.

1438 ist die Kapelle inzwischen baufällig, so dass sie mit Verpflichtung der Pradener renoviert werden muss. U.a. wegen dieser „Verpflichtung“ der Pradener kommt es zu einem jahrhunderte andauernden Streit zwischen den beiden Gemeinden, der schliesslich im Bau einer eigenen Kirche in Praden mündet.

Zwischen 1629 und 1642 wird die Kirche in Praden errichtet. Dies geschieht mit Geld von Churer Bürgern, die wegen der Pest nach Tschiertschen geflohen sind. Allerdings verstarben einige von diesen „Flüchtlingen“ an der Seuche und gaben den Bürgern von Praden Geld, damit sie diese nicht in Tschiertschen beisetzen mussten.

Osterfeier in Praden